Inspirationsquelle Fotowettbewerb

1. Platz: Zaira Varley, Monte Bar

Dieser Sommer war anders. Wegen der Pandemie konnten die vom Projektteam «Wandern für alle» geplanten Wanderungen in der ersten Jahreshälfte nicht durchgeführt werden. Daher regten wir in der Zeit der Lockerungen alle dazu an, individuelle Ausflüge in kleineren Gruppen durchzuführen und an unserem erstmaligen Fotowettbewerb teilzunehmen. Dies sollte alle inspirieren, neue Ecken der Schweiz zu entdecken und die neuen Erfahrungen miteinander zu teilen. Die Bilder zeigen, dass es alle genossen haben, sei es an der Aare, im Emmental, im Oberland oder über die Kantonsgrenzen hinweg.

Wir freuen uns, dass wir aus der grossen Vielfalt von 40 kreativen Fotos das Gewinnerbild auswählen durften. Die Liebe zur Natur, Pflanzen- und Tierwelt, wie auch das Zusammenspiel von Menschen mit der Natur, kam in vielen Bildern gut zur Geltung, siehe unsere Fotoauswahl. Aus den Landschaftsfotografien, den Porträts und den Detailaufnahmen hat das poetische Bild von Zaira Varley von zwei Freunden auf dem Monte Bar besonders überzeugt. Das Einfangen der einmaligen Stimmung und des besonderen Moments sind perfekt gelungen.

«Wandern für alle» belohnt Zaira Varleys Engagement mit einem Gutschein von Bächli Bergsport im Wert von 100.- für die persönliche Wanderausrüstung. Die Preisverleihung fand bereits am 03. September 2020 im Laden von Bächli Bergsport in Bern statt. Freundlicherweise spendierte das Geschäft spontan ein Holz-Sackmesser und eine Kopf- & Halsbedeckung für den 2. und 3. Platz.

Vielen Dank an alle Wanderlustigen, die mitgemacht haben und an alle, die sich für den Fotowettbewerb eingesetzt haben. Wir hoffen, dass das Fotografieren eine schöne Motivation für das Wandern in der freien Natur bleibt.

Bis bald! Vielleicht sehen wir uns bereits am 16. September 2020 bei unserer nächsten gemeinsamen Wanderung auf den Ulmizberg.

Was haben Geranien mit Kolonialismus zu tun? Wie können Schönheitsideale rassistisch sein?

Der neue Berner Online-Stadtplan von Cooperaxion beantwortet solche Fragen. Er blickt hinter Fassaden und zeigt vielfältige Spuren kolonialer Verstrickungen und rassistischer Hintergründe. Dieses so genannte «City-Mapping» betrachtet die Bundesstadt aus neuer Perspektive und erzählt verdrängte Geschichte(n). Denn das koloniale Erbe der Schweiz wirkt bis heute. Cooperaxion schafft neue Perspektiven mit historischem Bewusstsein entlang der ehemaligen Sklavenhandelsrouten. Wir empfehlen die spannenden Stadtrundgänge durch Bern, die auch individuell zusammengestellt werden können!

Die neue Webseite mit Online-Stadtplan, Referaten und Medienberichten macht dies eindrücklich sichtbar.

https://www.cooperaxion.org/

Stadtrundgang in Bern

SRK Bewegungskurse für Migrant*innen ab 55 Jahren

Ab September starten wieder die SRK Bewegungskurse für Migrant*innen ab 55 Jahren.

Neu ist das Turnen im Spiegel/Köniz am Montagabend offen für ältere Migrantinnen und Migranten (55+) aller Sprachen!

Die Kursleiterin spricht selbst Deutsch, Kurdisch, Türkisch und zeigt so vor, dass alle dem Kurs folgen können. Alle Senioren und Seniorinnen mit Migrationshintergrund sind willkommen!

Es hat noch freie Plätze – jetzt anmelden!

Hygiene-, Distanz- und andere Schutzmassnahmen werden eingehalten.

Neue Teilnehmende dürfen gerne 1x gratis schnuppern.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) Kanton Bern bietet auch viele andere Bewegungsangebote für Migrant*innen 55+ an.

Es gibt auch Frauenturnen oder Bewegungskurse in Spanisch oder Vietnamesisch.

Kursübersicht: https://www.srk-bern.ch/de/bildung/oeffentlich-ausgeschriebene-kurse-55plus/

Bei Fragen oder für Anmeldungen: bildung@srk-bern.ch, Tel. 031 919 09 19.

Man kann sich auch direkt mit dem Anmeldetalon auf der Rückseite der Flyer anmelden; alle Flyer sind auf der Webseite oder können bestellt werden.

Beim Wandern neue FreundInnen finden

Wir freuen uns, dass die BZ-BernerZeitung innerhalb der Serie «Grenzen im Alltag» das Porträt von unserer treuen Wanderfreundin Lekha Siriwardhanage abgedruckt hat. Lekha ist 32-jährig, lebt seit 2014 in Bern und ist seit 2017 regelmässig mit unseren diversen Wandergruppen unterwegs. Die Reportage zeigt, wie sie im Quartier eine zweite Familie gefunden hat und unter anderem beim Wandern neue Freundschaften knüpfen konnte. Lekha findet sich unterdessen im Berner Alltag gut zurecht, hat eine feste Arbeit und durch ihr breites Netzwerk gut Deutsch gelernt. Dies gibt ihr Selbstsicherheit und Mut! Durch ihre gute Ortskundigkeit konnte sie hier Wurzeln schlagen und wir freuen uns sehr, dass sie immer wieder freudig mit uns mitwandert. Wir wünschen ihr weiterhin viel Glück im Leben!

https://www.bernerzeitung.ch/die-leute-aus-dem-quartier-sind-meine-zweite-familie-956350211171

Kurzporträt Engin Şirin

Ich lebe schon lange in der Schweiz und habe bereits in meinem ersten Sommer 1992 das Wandern entdeckt. Eine solche Freizeitbeschäftigung war mir bisher in meiner Heimat nicht bekannt, denn ich hatte in meinem früheren Leben keine «Freizeit» wie das in der Schweiz üblich ist. Unterdessen geniesse ich diese Aktivität sehr und kann dabei alle meine Sorgen vergessen und mich mental stärken. Ich freue mich, das Programm «Wandern für alle» mit Freiwilligenarbeit zu unterstützen und hin und wieder selber mitzuwandern und neue Begegnungen zu machen. Die offene Programmstruktur entspricht meiner Art und ich empfehle das Programm gern weiter.

Die BernerZeitung hat in den Serie „Grenzen“ ein Porträt von Engin Şirin veröffentlicht: https://www.bernerzeitung.ch/hin-und-wieder-wird-mir-das-gefuehl-gegeben-nicht-dazuzugehoeren-192294177494

Kurzportät Barbara Mosca

Barbara Mosca ist überzeugt, dass Diversität eine grosse Bereicherung unseres Lebens darstellt. Zudem möchte sie ihre Begeisterung und Freude an Natur und Bewegung teilen und weitergeben. Als Initiantin hat sie seit Beginn des Projekts an allen Ausflügen von «Wandern für alle» teilgenommen und geniesst es, immer wieder neue Menschen kennen zu lernen und bekannte Gesichter wieder zu sehen. Es ist ihr ein grosses Anliegen, besonders mit MigrantInnen, nicht-Privilegierten und Isolierten gemeinsam unterwegs zu sein. Als frühere Kulturmanagerin mit Schwerpunkt Kunst und soziales Engagement setzt sie sich dafür ein, dass sich Menschen aller Art vernetzen.

Ihr Ziel ist es, zwischen MigrantInnen und Einheimischen Brücken zu bauen, mögliche Vorurteile abzubauen und Freundschaften entstehen zu lassen. Barbara Mosca hat mit einfachen Mitteln und mit viel Lebensfreude ein Gefäss und eine Stimmung erschaffen, welche Begegnungen spriessen lässt. Dafür gebührt ihr dieser Preis!

Lesenswert! «Es sollte Integrationskurse für Schweizer geben»

Der Migrationsforscher und NCBI Schweiz Präsident Ganga Jey Aratnam erklärt, weshalb sich​​​​​​ die Einwanderung in die Schweiz nicht mehr stoppen lässt.

https://www.tagesanzeiger.ch/es-sollte-integrationskurse-fuer-schweizer-geben-646210628393

NCBI-BrückenbauerInnenPreis 2020

Barbara Moscas Dankesrede anlässlich der  Diplomübergabe

Kurzporträt: Gökçe Ergün

Wie bist Du auf «Wandern für alle» aufmerksam geworden?

Anlässlich meiner Zertifikatsfeier vom Projekt PraktiCum habe ich den Wanderflyer erhalten und schon kurz darauf habe ich bei der ersten Wanderung mitgemacht. Wir stiegen auf den Dentenberg bei Gümligen und ich habe beim Wandern neue Kontakte geschlossen. Weil es mir gut gefallen hat, wollte ich aktiv mitmachen und bin Mitglied der Kerngruppe geworden.

Welche Vorteile hat Dir das Wanderprojekt gebracht?

An erster Stelle würde ich die gesundheitlichen Vorteile nennen. Es ist ja ein Wanderprojekt, das von wanderfreudigen Freiwilligen durchgeführt wird. Wir waren häufig zusammen in der Natur unterwegs um die geplanten Wanderungen zu rekognoszieren und durchzuführen. Somit bewegte ich mich an der frischen Luft und dies tut neben Arbeite und Studium sehr gut. Zudem trafen wir uns regelmässig zum Ideenaustausch in der Kerngruppe.

Als Ausländerin hat mir das Projekt weitere Vorteile gebracht, die vielleicht noch wichtigere Aspekte sind. Dank den zahlreichen Wanderungen konnte ich mein soziales Umfeld vergrössern. Ich freue mich bei jeder Wanderung neue Bekanntschaften zu schliessen und die Alten zu vertiefen.

Das Wanderprojekt hat mir zusätzlich die Möglichkeit gegeben, mich mit der Schweizer Kultur auseinanderzusetzen und meine Beziehung zur Stadt Bern und Region und zur lokalen Gesellschaft zu stärken. Ich kenne unterdessen meine Umgebung viel besser als vorher. Damit meine ich nicht nur neue Wanderwege oder Orte, sondern auch kulturelle und soziale Treffpunkte in der Stadt, andere Projekte und Gruppen, die sich ebenfalls sozial engagieren. Ich besuche auch vermehrt verschiedene Veranstaltungen, auf die ich dank der Wandergruppe aufmerksam gemacht werde. Natürlich ist es für mich auch eine grosse Bereicherung, Menschen aus anderen Kulturkreisen kennenzulernen und mir bewusst zu sein, wie vielfältig Berns Bevölkerung ist.

Durch das Mitmachen in der Kerngruppe habe ich profitiert, sowohl mündlich als auch schriftlich meine Deutschkenntnisse zu verbessern und die deutsche Sprache regelmässig anzuwenden. Ich konnte intensiv deutsche Kommunikation üben und wurde dadurch freier. Zudem habe ich wertvolle Einblicke in die schweizerische Arbeitsweise und das allgemeine Projektmanagement gewonnen. Ich war mehrmals mit der Programmgruppe rekognoszieren und engagiere mich seit zwei Jahren in der Kommunikationsgruppe. Meine Aufgaben sind unter anderem die Aktualisierung der Webseite, des Blogs und die Erstellung der Statistiken am Ende des Wanderjahrs.

Ich freue mich bei «Wandern für alle» weiterhin aktiv dabei zu sein!

Kurzportät von Isa Newsletter

Kurzporträt: Gabriela Milan

Wie lange warst Du in der Schweiz, als Du zum ersten Mal mitgewandert bist?

Ich war bereits ein Jahr in Bern, als ich zum ersten Mal zu «Wandern für alle» kam. Ich habe durch die Schule, wo ich Deutsch Unterricht besuchte, davon gehört.

Was hast Du gesucht und wie war Dein erster Eindruck? Woran warst Du besonders interessiert?

Mein Hauptinteresse bestand darin, mein Deutsch zu üben und Menschen kennen zu lernen. Und in der Tat, das ist auch geschehen. Fünf Stunden intensives Deutschsprechen, in Gesellschaft von sehr interessanten Menschen!

Wie hat Dich das Wandern und die Möglichkeit intensiv Deutsch zu reden beeinflusst?

Natürlich ist es nicht so einfach, stundenlang Deutsch zu sprechen, wenn man nicht so gut darin ist. Aber am Ende des Tages konnte ich sehen, dass ich auf jeden Fall besser war als bei meiner Ankunft.

Was hat Dich motiviert bei «Wandern für alle» aktiv mitzumachen?

Ich wollte eine Aktivität haben, mit andern zusammenarbeiten und dachte, das Projekt sei eine perfekte Möglichkeit. Es ist eine Initiative, die ich sehr schön finde: Während wir verschiedene Leute treffen, verschiedene Kulturen kennen lernen, lernen wir auch die Region Bern kennen. Meistens hatte ich für mindestens fünf Stunden das Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören. Also dachte ich, dass ich sie irgendwie aktiv unterstützen wollte. 

Du hast den Blog angeregt und kreierst weiterhin Facebook Einträge. Woher stammt Dein Interesse an Fotografie und Social Media?

Ich mag Kommunikation. Ich kommuniziere über die Dinge, die ich mag, über die Dinge, an die ich glaube. Und Fotografie ist eine Art der Kommunikation. Mit den sozialen Medien können wir heutzutage so viele Menschen erreichen und die Dinge, an die wir glauben, so weiterverbreiten. Ich glaube also, dass wir, wenn wir Social Media verantwortungsvoll nutzen, grosse Dinge erreichen können!

Wie ist Dein beruflicher Weg in der Schweiz verlaufen? Wo stehst Du jetzt?

Als ich in der Schweiz gekommen war, hatte ich zwei Jahre lang keine Arbeit. Ich habe diese Zeit dazu genutzt, Deutsch zu lernen, interessante Aktivitäten zu finden und mich selbst in einen akademischen Kurs einzuschreiben. Ich wusste, dass mir das helfen würde, wenn ich mich nach einer Arbeitsstelle umsehen würde. Und genau das ist passiert. Ich habe einen Rechts-Abschluss aus Brasilien, und heute arbeite ich mit Corporate Governance in einem grossen Schweizer Unternehmen.

Welches war Deine Lieblingswanderung?

Es war die Wanderung über den Ostermundigenberg nach Boll! Ich liebte es und wiederholte es mit einem Freund, der aus Brasilien zu Besuch kam.

Wie bleibst Du dem Projekt so verbunden, auch wenn Du selten teilnehmen kannst?

Ich versuche den Freunden, die ich bei «Wandern für alle» gewonnen habe, nahe zu bleiben. Ich empfehle das Projekt auch gern Freunden weiter freue mich sehr, wenn sie sich beteiligen und mir dann Bilder schicken.

Was macht Dich so zufrieden (beim Wandern und generell)?

Ich bin wirklich gerne draussen, geniesse sonnige Tage, sehe schöne Landschaften, hänge mit netten Leuten ab und habe eine gute Zeit. Jedes Mal, wenn ich an «Wandern für alle» teilgenommen habe, konnte ich diese Dinge geniessen:)!

Wasser für Inyunywe

Ich heisse Emanuel und lebe seit etwas mehr als einem Jahr in der Schweiz. Ich komme aus Tanzania. Ich bin als Massai im der Natur aufgewachsen und verbringe auch hier in der Schweiz gerne Zeit draussen. Eines Tages fand ich im denk:mal den Flyer von „Wandern für alle“, welchen ich nach Hause nahm. Meine Frau übersetzte ihn für mich und zwei Tage später war ich das erste Mal beim Wandern dabei. Ich habe dort viele liebe Leute kennengelernt. Und freue mich, wenn ich an diesen Tagen nicht arbeiten muss und zum Wandern gehen kann.

In Tanzania lebte ich in sehr armen Verhältnissen. In meinem Dorf müssen die Frauen sehr weit laufen, um Wasser für ihre Familien zu holen. Das Wasser ist sehr dreckig. Es ist schon lange mein Traum einen Brunnen mit sauberem Trinkwasser für mein Dorf zu bauen. Die Schwester meiner Frau und ihr Partner haben ihr eigenes Kleiderlabel „Masters of Moon“. Zusammen mit ihnen haben wir das Projekt Inyunywe (so heisst mein Dorf) ins Leben gerufen. Meine Frau häkelt Stirnbänder für „Masters of Moon“ und für jedes verkaufte Stirnband, werden Fr. 10.- an den Bau des Brunnens gespendet. Falls ihr auch gerne warme Ohren habt an diesen kalten Tagen, schaut doch auf  http://www.mastersofmoon.ch/meine-produkte vorbei.  Es hat dort auch noch andere tolle Kleider zum entdecken.

Liebe Grüsse und Asante sana

Emanuel Leiyo Kairanga