Kurzporträt: Gökçe Ergün

Wie bist Du auf «Wandern für alle» aufmerksam geworden?

Anlässlich meiner Zertifikatsfeier vom Projekt PraktiCum habe ich den Wanderflyer erhalten und schon kurz darauf habe ich bei der ersten Wanderung mitgemacht. Wir stiegen auf den Dentenberg bei Gümligen und ich habe beim Wandern neue Kontakte geschlossen. Weil es mir gut gefallen hat, wollte ich aktiv mitmachen und bin Mitglied der Kerngruppe geworden.

Welche Vorteile hat Dir das Wanderprojekt gebracht?

An erster Stelle würde ich die gesundheitlichen Vorteile nennen. Es ist ja ein Wanderprojekt, das von wanderfreudigen Freiwilligen durchgeführt wird. Wir waren häufig zusammen in der Natur unterwegs um die geplanten Wanderungen zu rekognoszieren und durchzuführen. Somit bewegte ich mich an der frischen Luft und dies tut neben Arbeite und Studium sehr gut. Zudem trafen wir uns regelmässig zum Ideenaustausch in der Kerngruppe.

Als Ausländerin hat mir das Projekt weitere Vorteile gebracht, die vielleicht noch wichtigere Aspekte sind. Dank den zahlreichen Wanderungen konnte ich mein soziales Umfeld vergrössern. Ich freue mich bei jeder Wanderung neue Bekanntschaften zu schliessen und die Alten zu vertiefen.

Das Wanderprojekt hat mir zusätzlich die Möglichkeit gegeben, mich mit der Schweizer Kultur auseinanderzusetzen und meine Beziehung zur Stadt Bern und Region und zur lokalen Gesellschaft zu stärken. Ich kenne unterdessen meine Umgebung viel besser als vorher. Damit meine ich nicht nur neue Wanderwege oder Orte, sondern auch kulturelle und soziale Treffpunkte in der Stadt, andere Projekte und Gruppen, die sich ebenfalls sozial engagieren. Ich besuche auch vermehrt verschiedene Veranstaltungen, auf die ich dank der Wandergruppe aufmerksam gemacht werde. Natürlich ist es für mich auch eine grosse Bereicherung, Menschen aus anderen Kulturkreisen kennenzulernen und mir bewusst zu sein, wie vielfältig Berns Bevölkerung ist.

Durch das Mitmachen in der Kerngruppe habe ich profitiert, sowohl mündlich als auch schriftlich meine Deutschkenntnisse zu verbessern und die deutsche Sprache regelmässig anzuwenden. Ich konnte intensiv deutsche Kommunikation üben und wurde dadurch freier. Zudem habe ich wertvolle Einblicke in die schweizerische Arbeitsweise und das allgemeine Projektmanagement gewonnen. Ich war mehrmals mit der Programmgruppe rekognoszieren und engagiere mich seit zwei Jahren in der Kommunikationsgruppe. Meine Aufgaben sind unter anderem die Aktualisierung der Webseite, des Blogs und die Erstellung der Statistiken am Ende des Wanderjahrs.

Ich freue mich bei «Wandern für alle» weiterhin aktiv dabei zu sein!

Kurzportät von Isa Newsletter

Kurzporträt: Gabriela Milan

Wie lange warst Du in der Schweiz, als Du zum ersten Mal mitgewandert bist?

Ich war bereits ein Jahr in Bern, als ich zum ersten Mal zu «Wandern für alle» kam. Ich habe durch die Schule, wo ich Deutsch Unterricht besuchte, davon gehört.

Was hast Du gesucht und wie war Dein erster Eindruck? Woran warst Du besonders interessiert?

Mein Hauptinteresse bestand darin, mein Deutsch zu üben und Menschen kennen zu lernen. Und in der Tat, das ist auch geschehen. Fünf Stunden intensives Deutschsprechen, in Gesellschaft von sehr interessanten Menschen!

Wie hat Dich das Wandern und die Möglichkeit intensiv Deutsch zu reden beeinflusst?

Natürlich ist es nicht so einfach, stundenlang Deutsch zu sprechen, wenn man nicht so gut darin ist. Aber am Ende des Tages konnte ich sehen, dass ich auf jeden Fall besser war als bei meiner Ankunft.

Was hat Dich motiviert bei «Wandern für alle» aktiv mitzumachen?

Ich wollte eine Aktivität haben, mit andern zusammenarbeiten und dachte, das Projekt sei eine perfekte Möglichkeit. Es ist eine Initiative, die ich sehr schön finde: Während wir verschiedene Leute treffen, verschiedene Kulturen kennen lernen, lernen wir auch die Region Bern kennen. Meistens hatte ich für mindestens fünf Stunden das Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören. Also dachte ich, dass ich sie irgendwie aktiv unterstützen wollte. 

Du hast den Blog angeregt und kreierst weiterhin Facebook Einträge. Woher stammt Dein Interesse an Fotografie und Social Media?

Ich mag Kommunikation. Ich kommuniziere über die Dinge, die ich mag, über die Dinge, an die ich glaube. Und Fotografie ist eine Art der Kommunikation. Mit den sozialen Medien können wir heutzutage so viele Menschen erreichen und die Dinge, an die wir glauben, so weiterverbreiten. Ich glaube also, dass wir, wenn wir Social Media verantwortungsvoll nutzen, grosse Dinge erreichen können!

Wie ist Dein beruflicher Weg in der Schweiz verlaufen? Wo stehst Du jetzt?

Als ich in der Schweiz gekommen war, hatte ich zwei Jahre lang keine Arbeit. Ich habe diese Zeit dazu genutzt, Deutsch zu lernen, interessante Aktivitäten zu finden und mich selbst in einen akademischen Kurs einzuschreiben. Ich wusste, dass mir das helfen würde, wenn ich mich nach einer Arbeitsstelle umsehen würde. Und genau das ist passiert. Ich habe einen Rechts-Abschluss aus Brasilien, und heute arbeite ich mit Corporate Governance in einem grossen Schweizer Unternehmen.

Welches war Deine Lieblingswanderung?

Es war die Wanderung über den Ostermundigenberg nach Boll! Ich liebte es und wiederholte es mit einem Freund, der aus Brasilien zu Besuch kam.

Wie bleibst Du dem Projekt so verbunden, auch wenn Du selten teilnehmen kannst?

Ich versuche den Freunden, die ich bei «Wandern für alle» gewonnen habe, nahe zu bleiben. Ich empfehle das Projekt auch gern Freunden weiter freue mich sehr, wenn sie sich beteiligen und mir dann Bilder schicken.

Was macht Dich so zufrieden (beim Wandern und generell)?

Ich bin wirklich gerne draussen, geniesse sonnige Tage, sehe schöne Landschaften, hänge mit netten Leuten ab und habe eine gute Zeit. Jedes Mal, wenn ich an «Wandern für alle» teilgenommen habe, konnte ich diese Dinge geniessen:)!

Wasser für Inyunywe

Ich heisse Emanuel und lebe seit etwas mehr als einem Jahr in der Schweiz. Ich komme aus Tanzania. Ich bin als Massai im der Natur aufgewachsen und verbringe auch hier in der Schweiz gerne Zeit draussen. Eines Tages fand ich im denk:mal den Flyer von „Wandern für alle“, welchen ich nach Hause nahm. Meine Frau übersetzte ihn für mich und zwei Tage später war ich das erste Mal beim Wandern dabei. Ich habe dort viele liebe Leute kennengelernt. Und freue mich, wenn ich an diesen Tagen nicht arbeiten muss und zum Wandern gehen kann.

In Tanzania lebte ich in sehr armen Verhältnissen. In meinem Dorf müssen die Frauen sehr weit laufen, um Wasser für ihre Familien zu holen. Das Wasser ist sehr dreckig. Es ist schon lange mein Traum einen Brunnen mit sauberem Trinkwasser für mein Dorf zu bauen. Die Schwester meiner Frau und ihr Partner haben ihr eigenes Kleiderlabel „Masters of Moon“. Zusammen mit ihnen haben wir das Projekt Inyunywe (so heisst mein Dorf) ins Leben gerufen. Meine Frau häkelt Stirnbänder für „Masters of Moon“ und für jedes verkaufte Stirnband, werden Fr. 10.- an den Bau des Brunnens gespendet. Falls ihr auch gerne warme Ohren habt an diesen kalten Tagen, schaut doch auf  http://www.mastersofmoon.ch/meine-produkte vorbei.  Es hat dort auch noch andere tolle Kleider zum entdecken.

Liebe Grüsse und Asante sana

Emanuel Leiyo Kairanga

Spass mit Eislaufen

Wir trafen uns wie immer mit der Gruppe «Wanden für alle» beim Bahnhof vor dem Loeb. Das Wetter war kalt und etwas regnerisch. Als wir ankamen, begrüssten wir uns. Ich kannte viele Gesichter, denn ich bin schon fünf Mal mitgewandert, und ich freute mich über das Wiedersehen mit Freunden. Es waren auch viele Neue gekommen und ich interessierte mich für die neue Gruppe. Ich machte interessante Begegnungen mit Leuten aus der ganzen Welt. Wir stellten uns vor und starteten unseren Spaziergang direkt beim Treffpunkt. Wir spazierten an der Aare, unterhielten uns, diskutierten zusammen und machten einige Fotos.

Etwa eine halbe Stunde später kamen wir mit unserer Gruppe zur Eisbahn Ka-We-De. Wir kauften unsere Tickets und gingen unsere Schlittschuhe mieten. Ich lernte, dass ich das Eis mit meinen Schuhen nicht betreten darf. Es braucht spezielle Schlittschuhe. Ohne diese kann man nicht auf das Eisfeld. Es ging lange bis alle die richtigen Schlittschuhe hatten, und lernten, wie man sie bindet. Da es mein erstes Mal war, wusste ich nicht, wie ich meine Füsse in die neuen Schlittschuhe setzen sollte. Als ich hineinstieg taten mir die Füsse und die Beine weh. Es war meine erste Erfahrung und ich zögerte. Zuerst wollte ich nicht auf das Eis, weil es für mich sehr gefährlich war. Dann sah ich viele von der Gruppe auf dem Eis herumfahren und hatte plötzlich Mut. Ich wollte es probieren. Als ich das Eis betrat, bekam ich Angst. Andere fuhren schnell vorbei oder spielten. Ich konnte am Anfang nicht mitmachen und war froh um Hilfe. Alle halfen einander und für viele war es neu. Wir machten ein Spiel und andere kamen, um mich zu schnappen und mit mir Schlittschuhfahren zu üben. Jedes Mal, wenn es ein Bisschen besser ging, fiel ich nach ein paar Minuten um und musste wieder aufstehen. Nachdem ich ein wenig gelernt hatte, fand ich es sehr interessant und wollte bis am nächsten Morgen Schlittschuhfahren. Nach drei Stunden hatte ich viel Spass. Mir hat das Experiment sehr gut gefallen und ich möchte bald wieder mit Freunden Schlittschuhfahren. Eine Kollegin sagte nach dem Ausflug: «Das war für mich der beste Tag in der Schweiz». Das stimmt auch für mich!

Ich danke «Wandern für alle», dass ihr diese Gruppe gegründet habt, um eine Anzahl Menschen wie mich zu erfreuen.

Liebe Grüsse!
Arif Hussain Azad aus Afghanistan

Ein besonderer Lorrainerundgang

Vielfältige Leute, Pflanzen, Kunst und Projekte

Das Projekt «Wandern für alle» hat noch einmal gezeigt, dass es eine tolle Initiative ist, die nicht nur viele unterschiedliche Leute zusammenbringt, sondern auch auf verschiedene Projekte hinweist und verbindet.

Copyright ©Alexander Egger
http://www.alexanderegger.ch

Am Mittwoch, 16. Oktober haben wir gemeinsam einen schönen Spaziergang in der Stadt Bern gemacht. Wir haben dabei nicht nur das warme Wetter und die Bewegung genossen, sondern wir haben auch viel über Natur und Kultur gelernt. Beim Spazieren durch den Botanischen Garten haben wir die vielfältige Pflanzenwelt kennen gelernt und wurden auch über das Projekt «Connected Space» des Hauptstadt Kulturfonds informiert. Auf der kleinen Wiese konnten wir die Ausstellung «Nomadenloft» vom Berner Künstler Christian Grogg sehen. Die bunten Kunstobjekte wirken provisorisch und gaben viel zu diskutieren.

Dann sind wir der Aare entlanggewandert und haben auf dem Rasen neben dem Lorrainebad in der Sonne mit 50 Personen aus 23 Ländern gepicknickt. Bei unserem Rundgang durch das Lorrainequartier haben wir unter anderem die «Bärner Brocki» und «Denk-mal» kennen gelernt.

Die Denk:mal-Schule ist eine autonome Schule, die gratis eine grosse Vielfalt Sprachkurse (Deutsch, Französich und Spanisch), Sport (traditionneles Boxen und Thaïboxen) und Kunstkurse anbietet. Die Schule ist ein Erfolgsmodell bezüglich Integration in Bern und hat deswegen den Integrationspreis 2016 gewonnen. Die Schule funktioniert durch ein sehr gut organisiertes, freiwilliges System. Die LehrerInnen sind Leute die, in einer Welle der Solidarität und mit Freude, anderen zu helfen, gratis arbeiten. Die Schule ist nicht obligatorisch und man kann sie besuchen, wenn man Zeit findet. Die Kosten werden mit wohltätigen Spenden gedeckt. Unterstützung, Aktionen und Ideen sind in diesem Projekt immer willkommen und werden sehr geschätzt.

Es hat mich gefreut, als Abrundung des Spaziergangs, unsere einmalige Schule vorzustellen zu dürfen. Drei von unserer Wandergruppe (Bernadette, Emanuel und ich) sind Denkmalschüler und vielleicht werden wir noch mehr.

Unser Rundgang hat verschiedene interessante Gratisangebote der Stadt gezeigt, unter anderem den Botanischen Garten, das Lorrainebad und die Denk:mal-Schule. Es lohnt sich immer wieder Neues zu entdecken!

Daniel Engonga, Äquatorialguinea

Vom Wandern zum Filmfestival

Nach vielen Jahren in der Geschäftswelt habe ich nach einer Veränderung gesucht. Ich wollte etwas Gemeinnütziges machen in den Bereichen Umweltschutz, Tierrecht oder Menschenrecht. Durch eine Freundin, die ebenfalls aus dem Ausland kommt und hier berufstätig ist, habe ich vom Projekt „Wandern für alle“ erfahren. Ohne viel davon zu wissen bin ich auf die erste Wanderung im Frühjahr 2019 gegangen.

Ich habe viele nette Leute mit verschiedener Herkunft kennengelernt. Jeder hat seine eigene Geschichte. Obwohl wir uns wegen der Sprachbarriere nicht immer auf Anhieb verstehen konnten, ist unser Zusammensein immer sehr harmonisch und witzig. Durch diese Wanderungen bin ich zum ersten mal Flüchtlingen begegnet und habe ihre Geschichten gehört. Es hat mir einiges über Menschenrechte, Diskriminierung, Gerechtigkeit und die sozialen Systeme zum Nachdenken gegeben.

Einen grossen Dank an die Organisatoren Barbara, Gaby und Theres. Die Organisation mit so vielen Leuten aus unterschiedlichen Situationen ist sicherlich nicht einfach.

Zum Thema Umweltschutz noch etwas Spannendes: Am Freitag 20.09.19 findet das „Filme für die Erde“ Festival statt. Es ist ein Filmfestival, das Umweltdokumentationen gratis zeigt. Ich werde als freiwillige Helferin das Festival in Bern moderieren. Ich freue mich auf zahlreiche Gäste. 

filmsfortheearth.org/de/festival

Zoe Mitter 

Wanderung zu den Ostermundigen Steinbrüchen

Heute ist der 16. Juli und ein besonderer Tag. Ich bin so aufgeregt, weil ich neue Leute kennenlernen werde und Bern besuchen kann! Es ist 13 Uhr und wir warten auf die Wandergruppe. Es kommen viele Leute, über dreissig Personen von vielen Ländern. Wir fahren mit dem Bus bis Ostermundigen. Unsere Reise beginnt und wir werden von Pablo und Barbara zu den Steinbrüchen und auf den Ostermundigenberg begleitet.

Beim Wandern ist überall alles grün und schön. Mein Vater findet einen neuen Freund zum Sprechen und ich habe viele neue, gute Freundinnen gefunden. Unser Spaziergang dauert etwa drei Stunden.

Am Schluss von der Wanderung gehen wir in einen wunderschönen Park, den Monbijoupark, mitten in der Stadt Bern. Wir grillieren und geniessen Fleisch, Käse und Salate zum Abendessen!

Dieser Tag ist einer der besten Tage meines Lebens! Jetzt habe ich viele Schweizer Freundinnen und Freunde.  Ich möchte sagen: Schweizer Leute sind die besten Leute…! und auch sehr nett!

Maryam aus Iran

Seit drei Monaten in der Schweiz

16. Juli 2019

Bern ist wunderbar

Zwei Wanderbegeisterte aus dem Iran und Afghanistan haben im Anschluss an unsere Wanderung vom 20. Juni 2019 von Murzelen zum Wohlensee diesen einzigartigen Bericht geschrieben. Wir veröffentlichen diesen ausnahmsweise originalgetreu und daher ist er nicht ganz fehlerfrei. Wir gratulieren und danken Soheil und Arif für die grossartige Beschreibung ihrer Erlebnisse.

Bern ist wunderbar

Text lesen

Soheil & Arif

Iran & Afghanistan

Kurzporträt: Abdi Jailan

Kannst du dich bitte kurz vorstellen? Seit wie vielen Jahren bist du in der Schweiz?…

Mein Name ist Abdi. Ich komme aus Äthiopien. Ich bin 26-jahre alt und seit drei Jahren in der Schweiz.

Was machst du und womit beschäftigst du dich in deinem Alltag?

Ich habe 11/2 Jahre bis der SBB (Reinigung) gearbeitet und ich arbeite heute bei HandsOn und besuche auch dort einen Deutschkurs.

Ich spiele mit zwei Fussballteams,  einer eritreisch-arabischen und einer Schweizergruppe.

Zudem warte ich täglich auf Antwort vom Migrationsdienst und möchte gerne in der Schweiz bleiben.

Wie hast du dich hier in Bern vernetzt?

Meine ersten Kontakte habe ich in der Asylunterkunft und im Deutschkurs geknüpft und war am Anfang aus Sprachgründen oft mit Kollegen aus Äthiopien. Dann habe ich gehört, dass man in der Heiliggeistkirche gratis Kaffee trinken kann und dort habe ich verschiedene Menschen kennengelernt, um deutsch zu lernen und Antworten auf meine Fragen zu finden.

Wie hat dein Tandem mit Pablo angefangen?

Das Tandem hat die Heilsarmee vermittelt. Ich habe meinem Chef gesagt, ich möchte ein Tandem machen, um Deutsch zu üben und das soziale Leben in der Schweiz kennenzulernen. Pablo hat sich gemeldet und  unser Tandem läuft sehr gut. Das gefällt mir sehr. Wir treffen uns regelmässig. Er ist bereit, die Leute, die aus dem Ausland gekommen sind, zu unterstützen und ich mache alles gerne mit.

Wie hast du das Projekt «Wandern für alle» kennengelernt?

Pablo hat das Projekt bei der Kollektivunterkunft Viktoria «Löscher» entdeckt und mich zur Wanderung mitgenommen. Meistens komme ich mit Pablo zusammen. Ich treffe Leute, die aus verschiedenen Ländern gekommen sind und auch viele SchweizerInnen. Ich verbessere mein Deutsch und erfahre mehr über den Alltag in der Schweiz und die verschiedenen Länder.  

Bei der Arbeit und bei der Kurs treffe ich meistens die gleichen Menschen und ich will auch Neue kennenlernen. Ich freue mich jedes Mal bei den Wanderungen neue Kontakte und Freundschaften zu knüpfen.

Hast du weitere Pläne für die Zukunft?

In meinem Land habe ich als Automechanikerassistent in einer Garage gearbeitet. Wegen dem N-Ausweis ist es für mich schwierig hier weiter in diesem Bereich eine Ausbildung zu machen und zu arbeiten. 

Als Erstes möchte ich mein Deutsch verbessern und mehr über die Schweiz erfahren. Gerne würde ich Autofahren lernen, um den Fahrausweis zu bekommen.

Wandern – Ausleihen

Mein Name ist Sonja Bustamante, ich bin Schweizerin (51). Auf facebook wurde ich durch Lucify.ch auf das „Wandern für alle“  von isa Bern aufmerksam. Die Idee, mit Leuten aus unterschiedlichen Ländern zu wandern, finde ich super und so war ich auch schon bei der letzten Wanderung von Englisberg nach Toffen dabei. Es war sehr kurzweilig und es ergaben sich immer wieder neue Gespräche. 

So erfuhr ich von jemandem, dass es ihnen nur privat erlaubt ist, ihre Muttersprache zu sprechen. In öffentlichen Betrieben, wie z.B. in einer Bank, müssen alle die Amtssprache sprechen. Eine freie Meinungsäusserung werde zum Teil mit dem Gefängnis bestraft.

Hierzulande ist dies unvorstellbar. Wir haben sogar die Freiheit, uns zu entscheiden, wofür wir uns engagieren möchten. Ich habe mich für die Nachhaltigkeit und gegen den Wegwerfkonsum entschieden. Deshalb arbeite ich freiwillig in der Leihbar, welche Gegenstäne ausleiht (Infos und Sortiment auf leihbar.ch).

Es bereitet mir viel Freude, zu sehen, wie begeistert die Mitglieder unseres Vereins (Jahresbeitrag) immer wieder Neues ausprobieren, vom Werkzeug über Haushaltgeräte. Mein Favorit ist bis jetzt die Creperie, welche Dir frische Crepes direkt auf dem Tisch bäckt.

Es würde mich freuen, wenn auch Du bei der Bibliothek für Gegenstäne vorbeischaust.Oder vielleicht sehen wir uns bei einer nächsten Wanderung von „Wandern für alle“.

Sonja Bustamante